Sozialer Laden „Frankenfair“ in der Nürnberger Straße eröffnet

FÜRTH – Familien, für die selbst der Textildiscounter noch zu teuer ist, haben in Fürth nun eine weitere Anlaufstelle, um kostengünstig Kleidung, aber auch Spielsachen und Haushaltswaren zu erstehen. „Frankenfair“ heißt der soziale Laden in der Nürnberger Straße. Eröffnet hat ihn der Verein Weihnachtskürbis, der sich für Kinder und Jugendliche in der Region stark macht.

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Nicht nur preiswerte Kleidung, sondern auch erschwingliche Spielwaren gibt es in dem neuen Fürther Sozial-Laden „Frankenfair“. Der Erlös geht zu hundert Prozent weiter an Bedürftige aus der Region. © Hans-Joachim Winckler / Nordbayern.de

 

Einen Damen-Wollmantel für fünf Euro, Ohrringe sowie Herren-Shirts für einen Euro und Strampler für gerade mal 2,50 Euro: Kostengünstige und guterhaltene Second-Hand-Waren stapeln sich in den Regalen des kleinen Ladens zu hohen Türmchen. „Das sind alles Sachspenden von Gönnern, Freunden und Förderern unseres Vereins“, erklärt Heike Krämer. Vor vier Jahren gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann Jochen Maaßen, ihrer Schwester Anette Hagen und Freunden den Verein „Weihnachtkürbis“, weil sie gemeinsam etwas Gutes für die Region tun wollten, so Krämer.

Doch die Sachspenden seien im Laufe der Zeit immer mehr geworden, deshalb musste dringend eine richtige Verkaufsfläche her. Der Laden in der Nürnberger Straße 59 schien passend. Die Vermieterin, eine ältere Dame, hatte hier früher einen Zeitungskiosk und „von der Ausstattung profitieren wir noch heute“, sagt Maaßen, der die Aufgaben des Geschäftsführers übernommen hat. Seine Frau und ihre Schwester sind ab sofort unter der Woche täglich im „Frankenfair“ aktiv. Weil damit zwei Personen aber überfordert sind, benötigen die beiden dringend ehrenamtliche Helfer, die ihnen unter die Arme greifen.

Ein Gehalt zahlen können sie nicht, der Erlös geht schließlich weiter an Bedürftige. „Aber Bargeld geben wir niemandem in die Hand“, stellt Krämer klar. Sie gehe lieber mit den Kindern oder Familien direkt zum Einkaufen, oder erfülle eben spezielle Wünsche. Die Adressen erhalten sie und ihr Team etwa von Kindergärten, Bürgermeistern oder Pfarreien aus der Region, mit denen sie regelmäßig in Kontakt stehen.

Spontaner Bettenkauf

„Wo man schnell helfen muss, da springen wir ein“, sagt Krämer. So erinnert sich die Ehrenamtlerin an eine sechsköpfige Familie, bei der das Geld so knapp war, dass „alle vier Kinder auf einem Klappsofa schliefen“. Die Mitwirkenden von „Weihnachtskürbis“ konnten Abhilfe schaffen, indem sie vier Betten kauften.

Mit Hilfe des Second-Hand-Ladens soll es künftig noch einfacher sein, Bedürftige zu unterstützen, sagt Heike Krämer. Schließlich müsse sie dann nicht mehr „mit dem Klingelbeutel herumgehen“. Wer helfen will, kann nicht nur Sachspenden abgeben, sondern auch shoppen: Bei „Frankenfair“ wird auch Selbstgemachtes von Vereinsmitgliedern verkauft – zum Beispiel Brotaufstriche, Handtaschen aus Jeansstoff und Chutneys.

Neben „Frankenfair“ gibt es bereits weitere soziale Läden in Fürth: Die Kleiderkammer des BRK, die Kleiderecke Mathildenstraße, das „dress in“ — eine Einrichtung der Gemeinde St. Paul in der Südstadt — sowie „Kleidbar“, der Laden für Gebrauchtes von der Caritas im City Center, und der Soziale Fairkauf Albert in der Innenstadt. Neben Kleidung gibt es auch Möbel und andere größere Gegenstände im Gebrauchtwarenhof Bislohe und im Sozialkaufhaus Leyher Straße.

Frankenfair hat montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Infos unter www.frankenfair.de

SANDRA STÖCKL / Fürther Nachrichten

Quelle: Nordbayern.de

 

Günstige Shirts und selbstgemachte Chutneys